Liebe Gemeinde,
diesen Satz schreibt der Apostel Paulus an die Galater. In dieser Gemeinde ging es um das Thema, ob sich die Menschen, die sich zu Jesus bekehrt hatten und getauft waren, nun auch noch beschneiden lassen müssen. Die Beschneidung war das Bundeszeichen der Juden. Braucht es die Beschneidung um zu Christus zu gehören? Für uns heute ist das nicht gerade die Frage, die obenauf liegt. Das Bundeszeichen für uns Christen ist die Taufe. Taufe und Glaube an Jesus Christus machen uns zu Gottes Kindern.
Paulus sah damals die Gefahr, dass sich Menschen, die ja schon durch Jesus frei waren, nun neu in eine Knechtschaft begeben. Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen. So geht der Satz von Paulus weiter. Welche Freiheit meint Paulus? Wovon sind wir frei? Wovon hat uns Christus freigemacht? Jesus macht uns frei von allem, was uns von Gott trennt. Deshalb war es für Martin Luther so befreiend, zu erkennen: nicht ich muss Gott gnädig stimmen, sondern Jesus schenkt mir Gottes Gnade. Nicht Unsicherheit, ob Gott mich liebt, sondern Gewissheit des Glaubens: ich bin Gottes geliebtes Kind. Nichts und niemand kann mich von Gott trennen. Jesus behauptet sogar: Wenn euch der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei. Anders gesagt: Wer ohne Gott lebt, kann gar nicht richtig frei sein.
Martin Luther hat die Freiheit, die Paulus beschreibt, genossen. Zum Gottesdienst am Reformationstag lade ich Sie recht herzlich ein: 10 Uhr Nathanaelkirche Lindenau, mit unserem Diakon Daniel Ihrig.
Wir können uns fragen: Wo lassen wir uns das Joch der Knechtschaft wieder auflegen? Welche sind die Knechtschaften, in die wir uns begeben? Welche Knechtschaften gehen wir ein und verlieren die Freude über die Freiheit, die uns Jesus geschenkt hat? Das ist eine recht persönliche Frage, die jeder nur selber beantworten kann. Für manch einen sind es die Sorgen des Lebens, die einen neu fesseln. Für einen anderen die Last der Verantwortung, die man sich selbst auferlegt oder auferlegt bekommt. Auch Krankheiten können einen fesseln. Zweifel können die Freiheit zernagen.
Das Lied des Reformationsfestes „Ein feste Burg ist unser Gott“ - Johann Sebastian Bach hat dazu eine Kantate zum Reformationsfest geschrieben. Da singt der Sopran in einer Arie eindrücklich: Komm in mein Herzenshaus, Herr Jesu, mein Verlangen! Treib Welt und Satan aus. Jesus ist der, der zur Freiheit befreit. Nicht nur die Galater damals, sondern auch heute. Nicht nur Martin Luther im 16. Jahrhundert, sondern auch mich heute.
Liebe Gemeinde, Jesus kann mich aus meinen neuen Knechtschaften befreien. Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch (1. Petrus 5,7) so schreibt es der Apostel Petrus. Jesus selbst sagt von sich: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Jesus ist der „Glücklichmacher, der Überwinder, der Alleskönner, der Todbezwinger, der Sorgenkenner, der Sehnsuchtsstiller, der Chancengeber, der Worterfüller“ so heißt es in dem modernen Lied „Das letzte Wort“.
Liebe Gemeinde, so gebe ich Ihnen mal diese beiden Hörempfehlungen für die dunkle Jahreszeit mit. Und schließe mit der Zusage von Jesus: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Herzlichst, Ihre Pfarrerin Andrea Führer.