Ich halte Dich.
Gott.











Angedacht

Es ist 6.30 Uhr - ich stehe im Dunkeln, bei Regen an der Straßenbahnhaltestelle und warte auf die nächste Bahn, die mich zu meiner Arbeitsstelle bringen soll.

Mit 4 Minuten Verspätung trifft die Bahn ein. Ich zwänge mich an missmutig schauenden Menschen zu einem freien Platz durch, der allerdings mal wieder gereinigt werden könnte. Naja- alles kann man eben nicht haben. Die Bahn schaukelt 40 min. quer durch die Stadt. Die anderen Mitfahrer in der Bahn  starren entweder auf ihre Handys oder mit einem Maskengesicht vor sich hin. Ich schaue träumend, und auch nicht gerade bestens gelaunt, durch den Regenschleier nach draußen.

So, noch 5 min. Fußweg durch den kalten Regen, bis zu meiner Arbeitsstelle - angekommen und einchippen. Noch die Treppe rauf - auf dem Flur schon reges Begängnis und da, die Stimme einer jungen Frau: “Guten Morgen, ich habe gute Laune!“ Was war das? So mit Freude ansteckend hat mich bisher selten jemand aus meiner „Morgen-Lethargie“ geholt! Der Arbeitstag kann beginnen!

Herr hab Dank, dass es Menschen gibt, die soviel Freude und Sonne im Herzen haben und andere regelrecht damit anstecken. Auf morgen Früh freue ich mich schon!

Ich wünsche Ihnen einen ansteckend fröhlichen Herbst! 

Karsten Ebeling

Liebe Gemeinde!

"Danke" sagen, können wir das gut? Sind wir dankbare Menschen? Haben wir Grund zum Danken? Oder hinterlassen die schlechten Erfahrungen bei uns den stärkeren Eindruck? Können wir besser erzählen von all den Dingen, die uns fehlen, auf die wir verzichten müssen und - ziehen wir über unser Leben eine im Ganzen positive oder vielleicht doch eher eine negative Bilanz?

Jesus benutzt oft das Bild vom Säen und Ernten, wenn er über das Leben spricht. Das liegt mir persönlich nahe, weil ich als Kind meinem Vater auf den elterlichen Feldern beim Säen zugeschaut habe. "Wenn wir etwas säen“,  sagte er zu mir, "dann können wir im Herbst vielleicht auch etwas ernten. Gottes Segen muss natürlich dazu kommen." So hat mein Vater auch oft ein stilles Gebet gesprochen, bevor er mit dem Säen oder mit dem Ernten begann. Er hatte sich das Bewusstsein dafür erhalten, dass wir am Ende immer auf Gottes Segen angewiesen sind bei all unseren Anstrengungen, und dass wir immer auch Gott danken müssen, wenn uns etwas gelingt oder wenn wir etwas geschenkt bekommen.

Am Erntedankfest treffen wir uns wieder in der Kirche und erinnern uns gegenseitig daran, wem wir eigentlich Dank schuldig sind, Gott nämlich und den Menschen, deren Nähe und Liebe er uns schenkt.

Für die Kinder ist das manchmal ein ganz neuer Gedanke. Die Eltern, die Großeltern, die Freundinnen und Freunde, die sind nicht selbstverständlich für mich da, sondern sie sind Geschenke, die Gott mir macht. Das Mittagessen, die neue Hose, das Spielzeug, der Teddy, die sind zwar von der Tante, der Oma oder dem Paten geschenkt worden, aber eigentlich steckt Gott dahinter, der mir eine Freude machen wollte. Die Kinder spüren plötzlich: Geschenke gibt es für mich, wohin ich blicke, Gottes gute Gedanken und Gaben umgeben mich hundertfach.

Wie kommt es nur, dass uns, wenn wir erwachsen werden, immer weniger Geschenke einfallen, für die wir dankbar sein könnten, und dass uns manchmal sogar das Bewusstsein ganz abhanden kommt, dass Gott sich immer noch um uns kümmert?

Ich weiß, dass es Momente gibt, wo sich das Dunkle und Schwere so stark auf einen Menschen legt, dass er kein Geschenk mehr sieht und auch Gott nicht mehr. Aber gerade dann ist Gott Ihnen besonders nahe, um sie zu trösten, um Sie ein Stück zu tragen und jeder Mensch, der Ihnen dann freundlich entgegen kommt, ist von Gott losgeschickt worden, um für Sie da zu sein.

In jeder Situation, mag sie noch so schwer sein, kann man auch Zeichen von Gottes Liebe und Freundschaft wahrnehmen.

Jesus sagt, er ist wie ein Sämann, der übers Land geht und Gutes ausstreut und verteilt, Worte, Gesten, Bewegungen aus denen neues Leben, neue Hoffnung und auch neue Liebe wächst.

Und wenn er so sät, wird auch etwas wachsen, können wir auch etwas ernten. Was ist in Ihrem Leben gewachsen? Was ist Ihnen Gutes begegnet und wo fanden Sie neue Hoffnung?

Danke, guter Gott, für Deinen Segen und deine Begleitung, und - wenn ich Dich immer noch nicht spüre, dann lass dich endlich von mir entdecken, lass endlich etwas Gutes in meinem Leben wachsen!

Dann werde ich Dir auch danken. Amen.

Pfr. Bernd Holthaus


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