Ich halte Dich.
Gott.










Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. (Hiob 19,25)

„Das Leben ist eines der Schwersten“, dieser Ausspruch ist vielen von uns bekannt und manchmal haben wir das Gefühl, dass es wirklich so ist. Dabei geht es uns in Deutschland vergleichsweise hervorragend. Trotzdem trägt jeder Mensch sein „Päckchen“ mit sich herum und die wirklich glücklichen Stunden lassen sich an zwei Händen abzählen.

Was ist für uns ein glückliches Leben? Was schenkt uns wirklichen Frieden? Welchen Sinn hat es, 80 oder 90 Jahre hier auf dieser Erde zu verbringen und dann doch zu sterben? Sind wir uns bewusst, dass wir alle einmal sterben müssen? Blenden wir das aus oder rechnen wir ernsthaft damit?

Ich habe vor einiger Zeit ein sehr gutes Buch von Jörg Ahlbrecht gelesen: „Die große Kraft der kleinen Tode“. Es ist kein Buch über den Tod, sondern über das Leben, erfülltes Leben.

Im Monat November kommen wir am ehesten mit dem Tod in Kontakt. Viele Menschen mögen diesen Monat nicht, mit dem Dunkel, dem trüben Wetter und den Gängen zum Friedhof.

Wie gut ist es dann, wenn wir wie Hiob, der ein extremes Schicksal erleiden musste, an unserem Herrn festhalten und sagen können: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Das ist die Grundlage unseres Glaubens und sollte uns durch unser Leben tragen. In Jesus Christus ist Gott selbst in diese Welt gekommen und hat die Hand nach uns ausgestreckt, um uns mit ihm zu versöhnen und zu retten. Es liegt an uns, ob wir diese Hand ergreifen oder ob wir uns lieber auf unsere eigenen Fähigkeiten und Kräfte verlassen, um unser Leben zu meistern.

Die ausgestreckte Hand ist ein Angebot. Wir haben einen freien Willen, sie zu ergreifen oder nicht.

Und wenn wir sie ergreifen, haben wir den Auftrag, unseren Mitmenschen von diesem wunderbaren Angebot zu erzählen. Wir müssen und sollten uns nicht in unseren Kirchenmauern verkriechen, sondern zu den Menschen hingehen, so wie es Jesus auch getan hat. Er ist nicht in den Tempel gegangen und hat dort auf die Menschen gewartet, sondern er ist durch das Land gezogen und zu den Menschen gegangen. Ganz gezielt hat er diejenigen aufgesucht, die mühsam und beladen waren, damit er sie erquicke.

Am 1. Advent beginnt die Zeit, in der wir uns auf das Kommen unseres Herrn vorbereiten.

Wir wollen am 1. Advent die Gemeinde dazu einladen, mit einem Gemeindefest diese Zeit gemeinsam zu beginnen. Wir wollen uns freuen, dass unser Erlöser lebt und zu uns in unser Leben kommt. Wir wollen sein Wort hören, miteinander singen und beten und ins Gespräch kommen, was wir glauben, wo wir zweifeln und wie wir zu Gott eine Beziehung haben können, damit der Tod keine Macht mehr über uns hat.

Ich wünsche mir für unsere Gemeinde, dass wir offen sind für unsere „Umwelt“, dass wir einladend wirken, dass wir auf die Menschen zugehen und das Evangelium weitersagen:

„Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen – das ist das Evangelium, das Jesus verkündet. Das ist die gute Nachricht. Gott ist nahe. Wir haben jetzt Zugang zu ihm. Wir können in eine dauerhafte, tiefe, liebevolle Verbindung mit ihm hineinwachsen. Wir haben Zugang zu seinem Frieden. Wir haben Zugang zu seiner Freude. Wir haben Zugang zu seiner Kraft. Eine Kraft, die in den Schwachen mächtig ist. Eine Kraft, die nicht alle unsere Wünsche erfüllt – aber alle Verheißungen Gottes.

Es gibt dieses Fest, das unser ganz normales Leben durchdringen will. Wenn wir es denn entdecken. Wenn wir uns die Zeit nehmen, hinzuschauen, danach Ausschau zu halten, es zu feiern. Aber wir sind oft so beschäftigt! Und verpassen die Tatsache seiner Gegenwart. Wir verpassen den Frieden, wir verpassen die Schönheit. Wir verpassen die Freude, wir verpassen das Wunder, dass Gott sich in unserem Alltag verbirgt – und hinter jeder Ecke fröhlich hervorlugt, ob wir ihn wohl entdecken. Ob wir seine Gegenwart wahr-nehmen und genießen.“

(aus „Die große Kraft der kleinen Tode“ von Jörg Ahlbrecht)

Ich wünsche uns allen, dass wir uns von Gott zu seinem großen Fest einladen lassen und aus tiefstem Herzen sagen können: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt! Katharina Heynig

Schön, dass Sie da sind!

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