Ich halte Dich.
Gott.











Angedacht

Auf der Suche nach einem geeigneten Anfangs-Text für diesen Gemeindebrief bin ich im Gemeindebrief Juni-Juli 2016 fündig geworden. Dort war vor einem Jahr folgendes zu lesen, das ich gern noch ein wenig weiterdenken möchte:

 

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“                                                                                    (Matthäus 11,28)

 

Ein gewaltiges Wort. Es könnte von einem Politiker stammen, der sich gerade im Wahlkampf befindet. Menschen, die an die Macht wollen, benutzen oft sehr wohltönende Versprechen, um die Leute für sich zu gewinnen. Die Erfahrung lehrt, dass man sich zuweilen nach den Wahlen nicht mehr so genau an die Aussagen erinnert. Zudem tauchen dann auch noch andere Bedenken auf, die sich meist um die finanziellen Mittel drehen, mit denen man die Pforten des Paradieses öffnen wollte. Doch große Worte kosten ja nichts.

Wir leben in einem Land, welches sich wohltuend von anderen unterscheidet, die nicht so gut gestellt sind. Zumindest auf den ersten Blick. Um richtig glücklich zu werden braucht der Mensch aber noch einige Zutaten, die nur selten zu kaufen sind. Natürlich machen sich dabei immer wieder die Unterschiede bemerkbar, die auf den Kontoauszügen erkennbar sind. Wie wir wissen: Reich macht nicht glücklich, aber es beruhigt! Eine alte Volksweisheit. Was brauchen dann aber noch die Mühseligen und die Beladenen? Jedem von uns fallen da sofort einige Dinge ein, die man natürlich  nicht öffentlich darlegen möchte. Wie ist das mit der eigenen Gesundheit? Oder mit der Gesundheit der Angehörigen? Leiden und Krankheiten sind eine dauernde Plage des Menschen in dieser Welt. Doch auch die Gesunden haben ihre Probleme miteinander. Da war ein böses Wort. Dort ein Missverständnis oder eine Meinungsverschiedenheit. So ganz lassen uns die Gegebenheiten der Erde nicht los.

Nun dieses Wort: Kommt her ihr Beladenen! Das sagt Jesus, der sehr wohl die Verhältnisse bei uns kennt. Es gehört Glaube dazu, um nicht gleich abzuwinken. Viele winken enttäuscht ab. Es hat mir nichts gebracht. Er hat mich übersehen. Doch es lohnt ein neuer Versuch! Der Gekreuzigte, der auch alle Leiden kennt, möchte uns mit Zuversicht stärken. Doch auch wir alle sind aufgefordert, mitzuhelfen, damit die Nöte des Lebens uns nicht überwältigen.

Wer sich als Christ angesprochen fühlt, sieht mit anderen Augen, als einer, der sich nur auf sich selbst verlässt. Wir können ihn beim Wort nehmen! Das hat er zugesagt. Wer auf das eigene Leben blickt, wird nicht selten einen Schutzengel wahrnehmen, der gerade im richtigen Augenblick wirkte.

Wer sich auf ihn verlässt, der kann durchatmen, auch, wenn es zuweilen ganz anders abläuft, als gehofft.

Sagen wir es weiter, denn die Nöte sind groß, blickt man auf die Entwicklungen der Welt. Menschen können viel Böses anrichten, doch sie können auch anders! Als seine Gehilfen sind wir gefragt.

 Helmut Voß 

Schon seit längerer Zeit geht eine Veränderung mit mir oder in mir vor. Zunächst war ich mir dessen gar nicht bewusst, aber es wurde immer deutlicher.

Ich habe endlich, nach über 50 Lebensjahren als Christ (als Baby getauft, Kindergottesdienst, Christenlehre, Konfirmation, Junge Gemeinde, Trauung, Mitarbeit im Kirchenvorstand, …) eine lebendige Beziehung zu Gott gefunden!

Und das ist so wunderbar, dass ich hier davon berichten möchte. Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und es war für mich ganz normal, zur Kirche zu gehen und an Gott zu glauben. Aber so richtig innerlich berührt hat mich das früher nicht. Ich habe es als selbstverständlich hingenommen. Gottesdienstbesuche waren eher eine „Pflichtaufgabe“ und auch sonst viele Veranstaltungen in der Gemeinde mussten eben organisiert und durchgeführt werden, da waren helfende Hände nötig. Ich habe mitgemacht und fand es richtig, aber es brannte kein Feuer in mir.

Ich habe viel mit meinem verstorbenen Mann über Gott und den Glauben gesprochen und diskutiert und ich denke, in dieser Zeit begann ich, mehr zu suchen, als bisher. Während seiner Krankheit und nach seinem Tod, der mich ziemlich aus der Bahn geworfen hat, war ich dennoch Gott dankbar, so eigenartig das vielleicht klingt. Aber kurz vor seinem Tod hatte mein Mann zu Gott gefunden. Plötzlich konnte er ihm vertrauen und zu ihm beten und auf ihn hoffen. Das hat mir sehr geholfen, seinen Verlust zu ertragen. Ich habe das Leben plötzlich mit anderen Augen gesehen, vieles wurde unwichtig und erschien mir kleinlich. Ich habe die Kraft Gottes zu dieser Zeit in mir gespürt, erst sehr verschwommen, dann immer deutlicher. Ich habe angefangen, wirklich mit Gott zu sprechen, mich ihm anzuvertrauen, ihn auch anzuklagen und vor allem ihn zu fragen, was er mit mir vorhat, mit meinem Leben. Die Antwort kam nicht prompt, aber sie kam. Ich habe mich Gott zugewandt und ihm die „Leitung“ in meinem Leben übertragen. Und er hat mich geführt, auch auf Umwegen, aber immer auf dem Weg zu sich.

Dafür bin ich so dankbar, dass ich diese Erfahrung gern mit anderen Menschen teilen möchte. Die Alpha-Glaubenskurse haben diesen Prozess weiter befördert und ich hatte nicht selten richtige „Aha-Erlebnisse“. Ich habe Gottes Kraft und Nähe gespürt und habe mich auch in schwierigen Zeiten der Krankheit von ihm gehalten gefühlt. Und auch wenn es zu Geburtstagen so oft gesagt wird, bin ich überzeugt, Gesundheit ist nicht das Wichtigste. Es ist viel wichtiger, dass die Seele gesund und bei Gott ist, dann kann man sehr viel ertragen und auch in Krankheit und Leid, noch Positives entdecken.

Ich habe den Wunsch und den Traum, dass unsere Kirchgemeinde eine Gemeinde mit Menschen ist, die eine lebendige Beziehung zu Gott haben und daraus leben. Solange wir nur „verwalten“ und „organisieren“ und „durchführen“ ist das zwar schön und hält unsere Gemeinde „am Laufen“, aber es ist zu wenig. Nicht zu wenige Veranstaltungen oder Menschen, die mitmachen, es ist zu wenig Beziehung zu Gott, die uns und unsere Gemeinde trägt und stärkt.

Ich wünsche mir eine „Gemeinschaft der Heiligen“, die offen ist und von Jesus Christus und der frohen Botschaft erzählt, die Gemeinschaft im Gebet hält, die den Anderen mit seinen Sorgen und Kümmernissen kennt und ihm beisteht.

Ich stelle mir so die ersten Gemeinden vor. Sie haben mit Gott gelebt und nicht ihr „normales“ Leben geführt und daneben ihr „Christenleben“, wenn sie Zeit dafür hatten.

Sie hatten Tischgemeinschaft und haben sich gegenseitig geholfen und unterstützt. Nur mit Gott als Lebensmitte konnten sie auch für ihn sterben.

Gott sei Dank müssen wir das in unserem liberalen Land nicht befürchten.

Aber wir sollten nicht denken, dass wir unsere Leben und unsere Gemeinde „im Griff“ haben. Gundorf gilt als lebendige Gemeinde und es gibt viele Veranstaltungen. Aber das ist nicht der Kern. Gott erhält seine Gemeinde und wir sollten auf ihn hören, was er mit uns vorhat und was sein Wille ist für unsere Gemeinde, vor allem in der derzeitigen Strukturreformphase.

Heute haben wir Christi Himmelfahrt gefeiert mit einem festlichen Gottesdienst unter freiem Himmel. Es ist eindeutig, was Gott von uns möchte, siehe Matthäus 28, 18-20:

Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Er ist bei uns alle Tage, bis an der Welt Ende!

 Katharina Heynig


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