Ich halte Dich.
Gott.









Leidensgemeinschaft mit Christus (2. Kor 4)

Es ist unser Geschick, dass wir in einer Welt leben, mit der wir fertig werden müssen, und mit der wir doch nicht fertig werden. Immer wieder erfahren wir diese Not. Wir wollen die Probleme lösen und meistern. Doch dabei machen wir die Erfahrung unseres Scheiterns. Natürlich gelingen auch einige Dinge. Mit Hilfe von Erinnerungen an die Jugend, oder an Menschen, die uns nahestanden, oder der Musik und der Kunst. Aber es sind Hilfsmittel, die leider allzu oft versagen. Was soll man nun tun?

Zuerst einmal müssen wir wissen, dass es Probleme und Nöte zu allen Zeiten in der Geschichte der Menschheit gegeben hat und dass auch die damaligen Frauen und Männer mit der Welt fertig werden mussten. Sogar das Evangelium ist hier frei von Illusionen. Es weiß, dass das menschliche Leben schwer ist. Es spricht von Hunger und Durst, von Ungerechtigkeit und Unterdrückung, von Trauer und Tod. So also stehen wir heutigen Zeitgenossen in dieser langen Kette menschlicher Bedrängnisse. Und dabei sagt das Evangelium erstaunlicherweise auch, dass das alles selbstverständlich ist. Nicht selbstverständlich ist das gute Leben, das glatte, geordnete, ohne Kampf durchlebte Leben.

Und das meint auch der Apostel Paulus in seinem Schreiben an die Gemeinde in Korinth. Er schildert sein Leben, dieses wahrhaft nicht leichte Leben. Er sagt es ihnen: Wir haben allenthalben Trübsal, uns ist bange, wir leiden Verfolgung und werden unterdrückt. Und er malt es ihnen vor Augen, wie auch seine Situation ist.

Und nun müssen wir ihn fragen: wie hast du es denn geschafft, woher hast du die Kräfte zur Gestaltung deines Lebens genommen, und warum kannst du sagen: ich verliere nicht den Mut! Und er gibt eine eigenartige Antwort, zusammengefasst in den Worten: Das Reich Gottes ist herbeigekommen.

Damit wird gesagt, dass in der Zeit etwas geschieht, was nicht aus dieser erlebbaren Zeit kommt. Es kommt aus der Ewigkeit, aus der Jenseitigkeit, zusammengefasst in der Person Jesus Christus. Und die Kirche glaubt, dass er der Zeit, unserem Leben, ja der ganzen Welt sinnerfüllte Gegenwart und sinnerfüllte Zukunft schenkt. Darum sagt Paulus, verliere ich nicht den Mut. Natürlich verwandeln sich nicht die Dinge in ihr Gegenteil. Glück bleibt Glück und Leid bleibt Leid. Aber das Leid selbst wird ein anderes. Denn Sinnerfüllung von der Ewigkeit her bedeutet, dass alles, was sichtbar und erfahrbar ist, eingeschlossen ist in Gottes Gegenwart, und dass das jetzt Sichtbare und alles was ich erlebe, hinweist auf die neue Welt. Und darum sagt Paulus: Ich baue nicht auf das, was man sieht, sondern auf das, was jetzt noch keiner sehen kann. Diese Welt vergeht und mit ihr die Kämpfe, aber das Leben, das Gott mir schenkt, das bleibt, und gibt mir die Lebenskraft. Und hier an dieser Stelle muss auch das zweite gesagt werden: Wenn wir Christen sagen, dass wir an die Ewigkeit glauben, dann meinen wir ja damit nicht eine Verlängerung des zeitlichen Daseins in die Ewigkeit hinein. Da würde mancher von uns sagen: nein danke. Sondern wir glauben, dass hinter dem Tod jene neue Welt beginnt, von der das Evangelium so eindringlich spricht. Und Ostern, die Auferstehung von Jesus Christus, ist uns Christen die tatsächliche Wirklichkeit, und damit die Gewissheit, dass auch wir in jene neue Welt gehen, hin zu Gott. Das ist der Glaube der Kirche, des wandernden Gottesvolks. Ja, so geschieht Überwindung der Existenzangst. Mit solcher Sicht der Dinge begreife ich, dass mein Leben und Verhängnis sinnvolles Schicksal ist.

Und deswegen kann Paulus sagen: Darum verliere ich nicht den Mut. Mein natürliches Leben geht vorüber. Aber das Leben, das Gott mir schenkt, erneuert sich jeden Tag. Die Leiden, die ich jetzt ertragen muss, gehen vorüber. Aber sie werden mir eine Herrlichkeit bringen, die alle menschlichen Vorstellungen übersteigt. Denn ich baue nicht auf das, was man sieht, sondern auf das, was jetzt noch keiner sehen kann. (2. Kor. 4, 18)

Pfr. i. R. Hans-Wilhelm Ebeling

Liebe Gemeinde,

bei der Vorbereitung des neuen Gemeindebriefes nehme ich immer den Gemeindebrief des gleichen Zeitraumes des Vorjahres als Vorlage. Ich war sehr erstaunt, als ich den Andachtstext von Herrn Pfarrer Ebeling vom letzten Jahr las. Dieser Text ist auch in der jetzigen Zeit hochaktuell. Deshalb steht er hier noch einmal zum Nachlesen und Nachdenken für alle.

Einerseits ist es tröstlich zu lesen, dass es schon immer Leid und Not in der Welt gab. Wir modernen Menschen in Mitteleuropa hatten das wahrscheinlich in den letzten Jahrzehnten mit Frieden und Wohlstand schon fast verdrängt. In diesem Jahr ist uns wieder zu vollem Bewusstsein gekommen, dass wir nicht „unseres Glückes Schmied“, sondern ganz kleine hilflose Wesen sind, die von einem Tag auf den anderen in einer völlig veränderten Welt leben. Wer hätte das, was dieses Jahr weltumspannend passiert ist, für möglich gehalten?

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass uns dieses winzige Corona-Virus „geschickt“ wurde, um uns aufzurütteln, uns nachdenklich zu machen, unsere Herzen weich und groß, unsere Augen auf die Nöte der anderen zu lenken, um uns bewusst zu werden, dass uns alles geschenkt ist und auch alles ganz schnell genommen werden kann.

Wir sollen begreifen und verinnerlichen, dass wir alle sterben müssen. Das ist das einzig sichere unserer Zukunft.

Aber, wir sind gerufen, Gottes Kinder zu sein und uns diesem irdischen Lauf der Dinge zu entziehen. Wir können uns über das große Geschenk unseres Lebens und der Liebe Gottes freuen, die wir nicht hart erarbeiten oder erkämpfen müssen, aber die uns unendlich frei machen und Frieden geben kann. Die uns anfangen lässt, das eigene Ich aus dem Mittelpunkt zu nehmen und dafür Jesus Christus in die Mitte zu rücken.

Wenn uns das gelingt, wenn wir dankbar alles aus Gottes Hand empfangen können und mit Freude und Begeisterung diese Liebe und all das Gute weitergeben können, dann sind wir stark, alles Leid und alle Not und Krankheit und sogar den Tod zu (er)tragen.

Wir können schon im Jetzt und Hier diese Erfahrung der Nähe Gottes machen, wenn wir uns ihm öffnen, ihn bitten, in unser Leben zu kommen und ihm völlig vertrauen.

Dies wünsche ich uns allen in dieser bewegten Zeit, nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen aller anderen „menschengemachten“ Schwierigkeiten, wie Klimawandel, Flüchtlingskrisen, Hungersnöten, Trockenheit, Lieblosigkeiten, Naziparolen, und und und.

Im Vertrauen auf Gottes Nähe und Hilfe und Errettung müssen wir nicht verzagen und resignieren, sondern können kleine Schritte der Liebe in unserem Umfeld gehen.

Katharina Heynig

Informationen zum aktuellen Gemeindeleben in Gundorf

Wir erleben gerade, dass es oft von Tag zu Tag neue Anordnungen und Anforderungen in Bezug auf das Miteinander von Menschen gibt, auch in den Kirchen.

Die Genehmigung des Freistaates Sachsen, Gottesdienste unter Einhaltung der gesetzlichen Mindestabstände wieder feiern zu dürfen, ist ein wichtiges Signal des Freistaates an die Kirchen. Wir freuen uns darüber, wieder gemeinsam Gottesdienste in unseren Kirchen und Gemeinderäumen feiern zu können.

Entsprechend werden wir in Gundorf wieder Gottesdienste zu den regulären Zeiten sonntags um 10 Uhr feiern. Der Kirchenvorstand hatte im Februar beschlossen, beginnend ab 10. Mai 2020 die Gottesdienste immer um 10 Uhr beginnen zu lassen.

Die Durchführung der jeweiligen Gottesdienste wird sich nach den rechtlichen Möglichkeiten richten. Dies wird mit den diensttuenden Pfarrern und Kantoren abgestimmt.

Bei der Durchführung der Gottesdienste sind bis auf weiteres unter anderem folgende Regelungen unbedingt einzuhalten: Abstand halten (mindestens 1,50 m), das Mitbringen und Tragen von Mundschutz und weitere Hygienemaßnahmen.

Beim Betreten der Kirche werden Sie von eingewiesenen Kirchvorstehern bzw. Kirchnern auf die Maßnahmen hingewiesen und z. B. die Sitzplätze zugewiesen.

Bitte befolgen Sie diese Anweisungen unbedingt!

Über die genaue Ausgestaltung und Durchführung der Gottesdienste und Gemeindekreise werden wir Sie entsprechend unserer Möglichkeiten informieren. Hierfür bieten sich für Sie folgende Wege an:

  • Internetseite der Kirchgemeinde: www.kirchgemeinde-gundorf.de
  • Aushang am Kirchentor
  • Aushang im Schaukasten auf dem Friedhof Gundorf
  • telefonisch in der Gemeindeverwaltung: 0341 / 44 105 74

Zusammenkünfte von Gemeindegruppen und -kreisen werden bis auf Weiteres nur eingeschränkt stattfinden.

Aufgrund neuer aktueller Regelungen können sich die Bedingungen im Laufe der Zeit natürlich verändern, mit weiteren Lockerungen, aber auch mit neuen Beschränkungen. Daher gelten alle Termine nur unter Vorbehalt möglicher Änderungen!

Wir freuen uns, dass wir uns, wenn auch eingeschränkt, wieder in unserer Kirche zum Lob Gottes versammeln dürfen! Gott segne Sie!

Ihr Kirchenvorstand Gundorf

Liebe Eltern

es ist dringend geboten, analog zu den Vorgaben des Sächsischen Staatsministerium für Kultus zu Schulen und Kindertagesstätten auch bei den kirchlichen Angeboten in den entsprechenden Zeiträumen zu verfahren.

Dies betrifft insbesondere auch kirchliche Kinder- und Jugendgruppen wie Christenlehre, Kinderkirche, Vorkonfi-Treff, Kurrende, Eltern-Kind-Kreise, Konfirmandengruppen, Junge Gemeinde und Rüstzeiten.

Sobald die Schulen und Kindertagesstätten wieder regulär geöffnet sind, werden auch die kirchlichen Angebote wieder stattfinden.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Sie können mich in dieser Zeit sehr gerne kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder wenn Sie Anregungen und Material benötigen, um sich zu Hause mit Ihren Kindern auf die Passions- und Osterzeit einzustimmen oder andere christlichen Themen behandeln möchten.

Der Kirchenvorstand und die Mitarbeiter unserer Gemeinde wünsche Ihnen für die derzeitige Herausforderung Gottes Segen, viel Kraft und Besonnenheit.

Bleiben Sie behütet,

Ihr/Euer Daniel Ihrig

Schön, dass Sie da sind!

Hier finden Sie alle Informationen rund um unsere Kirchgemeinde, zu unseren Gottesdiensten, den Gemeindegruppen, zu unseren Veranstaltungen und viele weitere Informationen.

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