Ich halte Dich.
Gott.









Liebe Gemeinde,

immer wenn ich den nächsten Gemeindebrief vorbereite, dann nehme ich im Computer den vom Vorjahr vom gleichen Zeitraum als Vorlage.

Vor einem Jahr hatte ich meine Gedanken zur Jahreslosung 2019, zu unserer Gemeinde und zur Strukturreform aufgeschrieben.

Seitdem hat sich (leider) wenig bewegt.

In Sachen Strukturreform hat sich seit letztem Sommer nichts getan. Erst wurden wir vom Landeskirchenamt und Regionalkirchenamt ständig gedrängt und hatten im Juni den neuen Schwesterkirchvertrag der Region 7 unterschrieben, aber da Lindenau-Nathanael den Vertrag nicht unterschrieben hat, wurde der Vertrag nicht wirksam. Jedenfalls nehme ich das an. Eine Information dazu haben wir nicht erhalten. Es hängt einfach in der Luft und geht erstmal so weiter, wie bisher. Das ist wieder mal ein Grund mehr, sich nicht zu irgendwelchen Entscheidungen drängen zu lassen. Plötzlich ist Funkstille von unseren Kirchenämtern.

Vor einem Jahr hatten wir dem Gemeindebrief einen Umfragezettel mit drei Fragen beigelegt und die Gemeindeglieder gebeten, die Fragen zu beantworten und die Zettel wieder abzugeben oder zuzusenden.

Das Ergebnis war bzw. ist ernüchternd. Weniger als 20 Fragebogen kamen zurück (bei etwa 320 Gemeindegliedern).

Wie sollen wir das deuten? Ist es den meisten Gemeindegliedern egal, was aus der Gemeinde wird oder identifiziert man sich nicht (mehr) mit der Kirchgemeinde Gundorf? Sind die Gottesdienste und Angebote nicht ansprechend? Sind wir mit der Kirche zu weit entfernt vom Alltag der Menschen? Warum erreichen wir die Menschen nicht mit unserer frohen Botschaft von der Vergebung unserer Sünden, von der Zusage Jesu, dass er uns errettet und immer bei uns ist und für uns eine Wohnung bei unserem Vater für uns bereithält? Das zu erfahren bzw. zu verkünden ist meiner Meinung nach unsere aller erste Aufgabe, weil jeder Mensch diese Zusage so dringend braucht.

Wir können und sollen hoffen, nicht verzagen. Gott ist bei uns bis ans Ende der Welt! So viele Christen auf der Welt werden verfolgt! Wie gut geht es uns, zu gut?

Ich möchte uns alle, den Kirchenvorstand und Sie als Gemeindeglieder ermutigen, eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen: Was macht unseren Glauben aus? Wie können wir Glaubensgemeinschaft in unserer Gemeinde gestalten? Uns gegenseitig ermuntern und im Gebet und im Alltag beistehen? Die Gemeinde sind nicht die anderen, sondern die Gemeinde ist jeder einzelne mit den anderen.

Vor kurzem habe ich folgenden Satz gelesen: Das große Dilemma der heutigen Christenheit liegt darin, dass wir unser „geistliches Leben“ getrennt halten von unserem „normalen Leben“. (Hans-Peter Royer aus „Heiliger Alltag“ von Veronika Smoor).

Das kann ich voll unterschreiben. Ich denke, unser Glauben hat sich zu sehr im Kopf angesiedelt und zu wenig im Herzen.

Doch es ist umso vieles leichter und schöner, jeden Tag mit Gott zu leben als ohne ihn oder nur beim sonntäglichen Gottesdienst oder Bibelkreis. Dazu ist es erforderlich, dass jeder einzelne eine persönliche Beziehung zu Gott findet. Dies geht nur durch Jesus Christus, der sagt:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. (Joh. 14,6)

Vielleicht müssen wir neue Formen des Gemeindelebens suchen und ausprobieren? Vielleicht müssen wir aber auch erkennen, dass wir immer ein kleines und kleineres Häufchen bleiben werden. Manchmal ist weniger mehr.

Auch für Februar und März konnten wir nicht alle Sonntage mit Pfarrern besetzen, so dass insgesamt an 2 Sonntagen keine Gottesdienste stattfinden können.

An einem der 2 Sonntage werden wir wieder einen Lesegottesdienst durchführen (08.03.2020), wie wir das im letzten Jahr und am letzten Sonntag im Januar diesen Jahres auch schon gemacht haben.

An dem anderen Sonntag (16.02.2020) werden wir etwas Neues ausprobieren. Wir laden zu einer Andacht (ca. 30 min.) ein, die von Gemeindegliedern vorbereitet und gehalten wird und anschließend bleiben wir im Pfarrhaus beim Kirchenkaffee (ca. 30 min.) noch zusammen und sprechen über einen Bibeltext aus der Andacht oder über unsere Erfahrungen mit Gott, über das, wofür wir Gott danken und dass, worum wir ihn bitten.

Ich möchte die Gemeinde, jeden Einzelnen bitten, sich darauf einzulassen und auch diese Sonntage mit Leben zu erfüllen und dabei zu sein.

Es wird in der nächsten Zeit sehr darauf ankommen, ob wir Wege finden, uns auf Jesus Christus auszurichten und ihm zu vertrauen.

Auf keinen Fall sollten wir uns dem Zeitgeist beugen und in Aktionismus verfallen. Wir brauchen keine Events mit vielen Menschen, sondern eine Beziehung zu Gott und eine Gemeinschaft miteinander. Zahlen sind da nicht entscheidend, denn wo zwei oder drei versammelt sind, ist Jesus mitten unter ihnen. (Matth. 18,20)

Wir sollten dafür sorgen, dass die Menschen von Gott erfahren können und um den Heiligen Geist bitten, der uns Hoffnung, Kraft und Kreativität schenkt und wir sollten Gott vertrauen und im Gebet auf das hören, was er uns antwortet.

Das ist meine ganz persönliche Meinung. Sicher gibt es auch ganz andere Auffassungen. Wir sollten darüber ins Gespräch kommen!

Katharina Heynig

Schön, dass Sie da sind!

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